21 - 10 - 2017

Bundesweit - Konvent der Konvente

Lesben und Schwule haben lange um einen Platz in den Kirchen gekämpft. Während in der römisch-katholischen Kirche ein offen lesbisches oder schwules Leben und Arbeiten immer noch kaum möglich ist, sind in den evangelischen Kirchen in Deutschland Lesben und Schwule seit Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts sichtbar geworden.

Zum kollegialen Austausch und um ihre Interessen gegenüber den Kirchenleitungen vertreten zu können, haben sie sich in lesbischschwulen Konventen zusammen geschlossen. Diese gibt es inzwischen in vielen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Als "Konvent der Konvente" stellt der lesbischschwule Konvent das "Dach" über diesen Konventen dar. Seine Sprecherinnen und Sprecher koordinieren die Abstimmung unter den Konventen, zum Beispiel zu Fragen des Dienstrechtes in der EKD. Sie bereiten auch das Konventetreffen auf dem Evangelischen Kirchentag vor.

Organisieren Sie sich! - Theologischer Vizepräsident der Westfälischen Kirche ermutigt Konvente

"Wie viel Lesben und Schwule verträgt die Kirche?" Diskriminierung im Arbeits- und Dienstrecht war das Thema einer Podiumsdiskussion im Regenbogen-Zentrum des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hamburg.

Ansgar Dittmar, Arbeitsrechtler aus Frankfurt, Peter Knoop von der Gewerkschaft Kirche und Diakonie, Albert Henz, theologischer Vizepräsident der Westfälischen Kirche, und Josef Winkler, kirchenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, waren sich schnell einig: Die protestantischen Kirchen "vertragen" da wesentlich mehr als die römisch-katholische Kirche.

Dittmar kennt und vertritt eine Reihe von Männern und Frauen, die aufgrund ihrer Homosexualität mit Caritas und römisch-katholischer Kirche als Arbeitgeber Probleme hatten, hat jedoch noch nie einen Rechtsstreit gegen Diakonie oder evangelische Kirche führen müssen.

Albert Henz machte am Beispiel der Entwicklung in der Westfälischen Kirche deutlich, dass die Konflikte in den protestantischen Kirchen eher im Bereich der Moral und Ethik als im Dienst- und Arbeitsrecht liegen. Immer noch gebe es zum Beispiel oft Vorurteile gegen schwule Erzieher. Sorge macht dem theologischen Vizepräsidenten, dass in Kirche und Gesellschaft immer mehr Tenzenzen "zu Fundamentalismen und Vereinfachungen" zu finden sind. "Lassen Sie uns gemeinsam wachsam sein - in allen Bereichen unserer Gesellschaft", forderte er unter dem Applaus der 150 Teilnehmenden.

Dass Moral und Vorurteile auch unter Vorgesetzten zu finden sind, wurde in den Voten der Teilnehmenden deutlich. Alle  vier Podiumsteilnehmer ermutigten die Betroffenen, sich nicht zurück zu ziehen, sondern ihre Interessen zu vertreten lassen - nicht zuletzt durch die lesbisch-schwulen Konvente der Landeskirchen. "Gemeinsam können Sie gegen Diskriminierung und Vorurteile bestehen", ist Josef Winkler überzeugt.

Bundesweite Vertretung und Koordination

Der "Konvent der Konvente" ist das Forum für Austausch, Koordination und Abstimmung zwischen den lesbischschwulen Konventen der einzelnen Landeskirchen.

Er tritt in der Regel während des Evangelischen Kirchentages zusammen. Seit dem Ökumenischen Kirchentag 2010 wählt er dabei jeweils einen SprecherInnenkreis, dessen Auftrag es ist, Vereinbarungen des aktuellen Konventstreffens weiter zu verfolgen und den nächsten Konvent vorzubereiten.

Sprecherin und Sprecher haben auch den Auftrag, im Falle von aktuellen, bundesweiten Herausforderungen die Abstimmung zwischen den Konventen der Landeskirchen zu koordinieren. Ihr erreicht sie Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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